Mein geheimes Leben auf dem interdimensionalen Bestien-Basar
„Ein seltenes Weibchen von der Erde!“, verkündete der Gastgeber aufgeregt. „Mit einer hohen Kompatibilitätsrate! Lasst das Bieten beginnen!“
Niemand in der Menge kümmerte sich um die Angst in ihren Augen. Für sie war sie nichts weiter als eine wertvolle Ware.
Doch selbst Ye Ning verstand nicht, wie sie hier gelandet war.
Noch vor einem Tag war sie eine gewöhnliche Universitätsstudentin im ersten Jahr gewesen … eine Waise, die ein ruhiges, unauffälliges Leben führte. Als sie ihr kleines Wohnheimzimmer aufräumte, hatte sie ein seltsames Medaillon entdeckt, das zwischen ihren Sachen versteckt war.
In dem Moment, als sie versuchte, es zu öffnen … wurde alles schwarz.
Als sie das Bewusstsein wiedererlangte, befand sie sich bereits auf dieser Auktionsbühne.
Ihre nächste Erinnerung war, wie sie erneut aufwachte, diesmal zu zwei auffallend gutaussehenden Männern, die mit neugierigen Mienen auf sie herabblickten.
Doch in dem Moment, als sie ihre zuckenden Ohren und spitzen Reißzähne bemerkte, überkam sie die Angst. Sie schrie … und fiel erneut in Ohnmacht.
Diese beiden Männer waren Brüder und sie hatten sie gekauft.
Sie waren Beastmen, Bewohner einer rauen und primitiven Welt. In diesem Land war das Überleben ein täglicher Kampf. Die Menschen gruben in der Erde nach Wasser und aßen mit Gras vermischten Schlamm, um den Hunger zu bekämpfen.
Für Ye Ning war es eine Welt, die völlig anders war als alles, was sie je gekannt hatte.
Aber ihr seltsames Schicksal endete hier nicht.
Das Medaillon, das sie gefunden hatte, war kein gewöhnlicher Gegenstand … es war ein Schlüssel. Ein Tor zum Nexus-Basar, einem riesigen interdimensionalen Marktplatz, der unzählige Welten miteinander verband.
Darin versammelten sich Dämonen, Bestien, Geister, Schatten und unzählige andere mysteriöse Wesen, um mit Waren, Macht und Geheimnissen zu handeln.
Aber alles, was Ye Ning jemals wollte, war ein friedliches Leben.
Doch vor ihr …
Die beiden Brüder senkten ihre Ohren, ihre Schwänze hingen herab, die Augen waren sanft und flehend wie die von ausgesetzten Welpen.
„Ehefrau … verlass uns nicht“, murmelte einer von ihnen mit kläglicher Stimme.
„Wir haben niemanden sonst auf dieser Welt außer dir …“, fügte der andere hinzu und sah aus, als würde die Welt untergehen, wenn sie wegginge.
Ye Ning: „… Ihr habt mich auf einer Auktion gekauft.“
~
Dann kam das zweite Problem, ein gefallener Dämonen-Adliger. Er war kalt, arrogant und blutüberströmt, als sie ihn zum ersten Mal fand.
Sie hatte ihm nur aus grundlegendem menschlichen Anstand geholfen … mehr nicht.
Und jetzt?
„Du hast mich gerettet“, sagte er, während seine dunklen Augen sich mit gefährlicher Intensität auf ihre hefteten. „Ich habe keinen Ort mehr, an den ich gehen kann.“
„Du wirst die Verantwortung für mich übernehmen.“
Ye Ning: „… Habe ich einen Vertrag unterschrieben, an den ich mich nicht erinnere?“
~
Und als ob das nicht genug wäre … erschien ein Zauberer aus einer unbekannten Welt auf dem Nexus-Basar. Er musterte sie, als wäre sie ein seltener Schatz, bevor er schwach lächelte.
„Weibchen“, sagte er, als würde er eine große Entdeckung machen. „Du hast mein Interesse geweckt.“
„Warum gehörst du nicht mir? Ich kann dir alles geben … sogar die Welt selbst.“
Ye Ning: „..?“