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Verkauft an den dunklen Flügel
„Wer ist es dieses Mal?“ Seine Stimme war ein leises Krächzen, das sich wie Rauch im Zimmer kräuselte und ihren Magen vor Angst und etwas Dunklerem zusammenschnürte.
Eva zwang ihren Puls, sich zu verlangsamen, und redete sich ein, nicht nachzugeben. Aber als sich seine Hände von den Armlehnen des Stuhls erhoben, lief ihr ein Schauer über den Rücken.
„Du solltest nicht hier sein“, keuchte sie, als er unglaublich schnell aufstand. Seine schwarzen Flügel entfalteten sich, breiteten sich weit aus, hüllten sie ein und drückten sie an seine Brust, als ob er sie für sich beanspruchte, bevor sie selbst zu Atem kommen konnte.
„Warum?“ Seine Lippen verzogen sich zu einem bösen, scharfen Lächeln. „Damit ich nicht entdecke, dass du mit diesem nutzlosen Jungen durchbrennst?“
„Das habe ich nicht…“
„Natürlich nicht, denn er ist tot.“ Seine Worte schnitten wie eine Klinge, gesprochen mit der Gewissheit eines Gottes, der in einem offenen Buch liest.
Eva stolperte zurück, gegen die Wand gedrückt. „Du hast den Verstand verloren! Du hast ihn nicht getötet…“
„Warum sollte ich nicht?“ Seine Stimme wurde zu einem Knurren. Ein einzelner Finger fuhr über den verblassenden roten Fleck auf ihrem Hals. Seine Augen blitzten vor Wut; die Luft selbst erzitterte. Er beugte sich vor, seine Lippen streiften ihre Haut, seine Zähne schabten in einem besitzergreifenden Biss über ihr Fleisch und tilgten das Mal eines anderen.
„Er wagt es“, zischte Hades, tödlich und leise, „er wagt es, das zu berühren, was mir gehört. Ein Narr. Dreist genug, seine Lippen dorthin zu legen, wo die meinen sie bereits zeichnen.“
Evas Brustkorb hob und senkte sich, Schrecken und Verlangen waren so eng miteinander verflochten, dass sie kaum atmen konnte. Seine Flügel schlossen sich fester, dunkel und unnachgiebig, und sie erkannte, dass eine Flucht nicht länger möglich war und sie sie vielleicht nicht einmal mehr wollte.
„Vergiss nicht, meine Liebe“, murmelte er, die Lippen an ihrem Ohr, „ich habe dich gekauft. Du gehörst jetzt mir. Und ich teile nicht gern.“
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Menschen sind nichts weiter als Diener in der glitzernden, grausamen Gesellschaft der geflügelten Seraph. Wenn ein Mensch sie beleidigt, ist die Strafe einfach: verkauft zu werden.
Evangeline hätte nie gedacht, dass ihre eigene Familie sie verraten würde. Aber als ihre Schwester das Unverzeihliche beging und einen Seraph beleidigte, bot ihre Mutter stattdessen Eva an – ohne zu zögern. Wie unerwünschter Müll beiseitegeworfen, wird Eva dem Seraph-Adel vorgeführt, um beansprucht zu werden.
Niemand will sie.
Bis er erscheint.
Der schwarze Flügel. Der einzige Seraph, dessen Federn nicht golden, silbern oder weiß sind, sondern mitternachtsschwarz. Gefürchtet. Verflucht. Gerüchten zufolge ist jeder Mensch, den er je zu sich geholt hat, ums Leben gekommen.
Und doch wählt er sie.
In seine Welt der Schatten gezerrt, wird Eva zur Besessenheit eines Mannes, den alle anderen fürchten und verachten. Er ist besitzergreifend, gnadenlos und gefährlich verführerisch. Und während ihre Familie betet, dass sie zugrunde geht ... beginnt Eva sich zu fragen, ob die wahre Gefahr nicht in seinen schwarzen Flügeln liegt – sondern in der Art und Weise, wie ihr Herz sie verrät, wann immer er sich nähert.
Kann sie dieses Spiel des Schicksals jemals überleben?
mata0eve · FANTASY