Endlich ist es soweit - wir reisen ab, ich habe hier alles erledigt. Alpha Peter habe ich in kürzester Zeit eingeschult und ihm versprochen in Kontakt zu bleiben und ihm jederzeit mit Rat und Tat zur Seite zu stehen wenn er mich braucht. Er hat sich auch schon einen Beta gefunden, Benno, ein alter Freund von früher bevor er verjagt wurde und somit ist das Rudel wieder geordnet. Er ist auch dahinter, dass seine männlichen Wölfe wieder mehr trainieren, damit sich alle verteidigen können und wenn die Weibchen möchten können sie auch trainieren. Jetzt, fünf Tage später bin ich froh dass wir heim können, nicht nur um mein eigenes Rudel wieder zu leiten sondern auch weil es jeden Tag schwerere für mich wird, mich von Rebecca fern zu halten. Es war leichter als sie noch verletzt war sie in Ruhe zu lassen doch sie hat sich gut erholt und das spürt vor allem mein Wolf. Der Drang sie zu markieren, zu der Meinigen zu machen wird immer stärker und unbewusst suche ich den ganzen Tag die Nähe zu ihr. Sie hat inzwischen die Waisenkinder für die Reise bereit gemacht und beim Packen geholfen und ich kann ihr Geschick mit Kindern umzugehen nur bewundern. Sie strahlt so sehr wenn sie bei ihnen ist, am liebsten würde ich sofort mit ihr ein paar Welpen zeugen. Aber jetzt einmal nach Hause, dort muss ich es ihr dann sagen, nachdem ich mit dem hohen Rat gesprochen habe. Wir reisen in Menschengestalt, damit wir die Kinder gut mitnehmen und beschützen können und legen die grö¯te Strecke mit der Lokomotive hin. Nach zwei Tagen sind wir endlich zu Hause und ich atme tief den Duft von Heimat ein. Wir werden auch sofort überschwänglich von meinem Rudel begrü¯t, unsere Köchin Berta hat meine Lieblingsspeisen gezaubert und für die Kinder extra Leckereien und ich bin glücklich, dass wir wieder zu Hause sind. Ich stelle allen die neuen Rudelmitglieder vor, die Kinder sowie Rebecca, die ganz schüchtern in die Menge schaut. Sie hat wirklich schon viel mitgemacht in ihrem Leben, ich verstehe, dass sie etwas braucht bevor sie wieder jemandem vertrauen kann. Ich muss sie als Waisenhausangestellte vorstellen obwohl ich sie am liebsten als meine Luna vorgestellt hätte. Aber alles mit der Ruhe, ich werde morgen gleich den Rat einberufen und dann alle Steine für uns aus dem Weg räumen.
Meine Gedanken schweifen wieder in die Realität als ein junger Wolf laut fragt: „Ist das nicht eine Omega?" Rebecca schaut zu Boden und errötet weil nun getuschelt wird aber ich drehe mich schon zu dem Jungen um und antworte mit Alphastimme: „Ja, Rebecca ist eine Omega. Die erste in unserem Rudel. Ihr wisst sicher dass der Status Omega etwas besonderes ist, denn Omegas bringen Harmonie, Ruhe und Zuversicht in ein Rudel. Ich freue mich ganz besonders, dass sie meiner Bitte gefolgt ist und unser Rudel bereichern wird!" Das Gemurmel verstummt und ich ernte einen dankbaren Blick von Rebecca. Ich lenke die Aufmerksamkeit wieder auf mich indem ich das Essen eröffne: „Lasst uns nun feiern und dann ruhen, die Reise war für alle anstrengend und wie es nun weiter geht erfahrt ihr dann morgen!" Wir essen alle und es werden einige Erlebnisse erzählt, natürlich auch die Siege und wer nun der neue Alpha ist und wie er zum Alpha geworden ist und die Zeit vergeht wie im Flug. Die Waisenkinder werden auch in unser schönes Waisenhaus gebracht und liebevoll von unseren Rudelmitgliedern aufgenommen und ich hab schon drei kinderlose Pärchen gesehen, die sehr eifrig um die Kinder gewuselt sind. Ich glaube, dass einige Kinder bald in liebevolle Hände gegeben werden können. Ich schaue ebenfalls noch ins Waisenhaus vorbei, dass nun wieder bewohnt wird - denn wir hatten schon lange keine Waisen - um mich zu vergewissern dass alles passt. Okay - vielleicht auch weil Rebecca dort ist aber das Eine schließt ja das Andere nicht aus. Sie ist voll in ihrem Element und die Kinder hängen an ihr während sie allen ein Zimmer zuteilt und sie fürs Bett und die Gute- Nacht Geschichte fertig macht. Ein kleiner Zwerg sieht mich und bringt mir ebenfalls ein Buch mit Waldtieren darauf. Ich setze mich auf sein Bett und anstatt sich neben mich zu setzen, klettere er auf meinen Schoß und sieht mich voller Erwartung an. Ich beginne zu lesen und bemühe mich meine Stimme spannend zu halten und auf einmal kommen immer mehr Kinder, setzen sich zu uns und hören zu. Auch Rebecca kommt um die Ecke und ich sehe sie lächeln und die letzten kleinen Racker den Pyjama anziehen bevor sie alle an meinen Lippen hängen. Ich bin stolz, dass wir so liebe Kinder nun in unserem Rudel haben, ich werde mich definitiv für sie und ihre Zukunft einsetzen. Als ich fertig bin gähnen schon fast alle und der Zwerg auf meinem Schoß ist schon eingeschlafen. Ich helfe Rebecca Alle ins Bett zu bringen und dann sind wir alleine. „Danke für die tolle Geschichte! Die Kinder mögen deine beruhigende Stimme und schlafen jetzt sicher gut!" sagt Rebecca und alleine für dieses Lächeln dass sie mir gerade schenkt würde ich jeden Tag den Kindern eine Geschichte vorlesen. „Das mache ich sehr gerne, ich will ja dass sich auch die Kleinsten in unserem Rudel wohlfühlen." sage ich und gehe ein paar Schritte auf sie zu. Ich bleibe erst stehen als ich ihren guten Duft riechen kann und ich ihre Hände in meine nehmen kann. „Willkommen im Rudel Rebecca. Ich hoffe es gefällt dir hier! Du kannst dir gerne wie versprochen ein Zimmer im Rudelhaus aussuchen und morgen gehst du in die Stadt Kleidung einkaufen. Alles was dir gefällt, für dich und auch für die Kinder. Das ist mein Dankeschön, dass ihr mitgekommen seid." Sie sieht schüchtern zu mir auf und antwortet: „Danke Elias. Das Angebot mit dem Einkaufen nehme ich gerne an. Meine Kleidung fällt schon auseinander und die Kinder benötigen auch Wechselkleidung. Das Zimmer im Rudelhaus brauche ich nicht, ich schlafe hier bis sich die Kinder eingewöhnt haben oder ein neues Zuhause bekommen haben." Ich muss mich zusammenreißen um nicht zu enttäuscht auszusehen, denn ich hätte sie gerne in meiner Nähe gehabt. Ich nicke ihr zu und verabschiede mich. Mein Wolf beschwert sich, denn er wäre gerne bei ihr geblieben aber ich rede ihm gut zu, denn vielleicht ist ab morgen ja schon alles anders.
Doch es kommt immer alles anders als man denkt, so auch bei mir.